Du bist nicht da und deshalb bist du hier, in deiner ganzen Abwesenheit,
so sehr fehlst du mir, dass dein Fehlen stärker ist als dein Dasein jemals sein könnte

 

© Joachim Baldauf 2010

 

Ein Ich spricht zu einem Du, das nicht da ist. Das Ich ist aber da und manchmal ein Gespenst. Das Gespenst sieht ein bisschen aus wie das Du, nur eben mit Laken über dem Kopf. Eigentlich sehen Alle ein bisschen aus wie das Du, auch das Ich. Und dann sind da noch diese Beulen, unter der Haut. Dieses fremdartige Tier, dieses seltene Obst. Verbotene Früchte.
Was kostet es, davon zu kosten?

 

Ich schreibe dir einen Brief, es ist der längste Brief der Welt
Du wirst ihn nie erhalten, er ist unendlich
Er hört nie auf, ich höre nie auf, ich werde nicht fertig mit dir
Hörst du
Ich höre nie auf

 

ALLES WAS ICH DIR SCHON IMMER SAGEN WOLLTE
von und mit Stefan Hornbach

 

entstanden im Rahmen von Luk Percevals Konzept der ‚Stunde der Wahrheit‘ an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg, betreut von Benedikt Haubrich, Katharina Oberlik und Ted Stoffer.

Die ‚Stunde der Wahrheit‘ stellt die Ludwigsburger Schauspiel-Studierenden im 2ten Ausbildungsjahr vor die Aufgabe, eine Stunde alleine auf der Bühne zu verbringen, mit maximal einem Requisit.

 

„Auf einer leeren Bühne versuche ich einen Dialog, der eigentlich ein Monolog ist, mit allen mir gegebenen Mitteln, versuche ich, ein Du zu erreichen und loszuwerden, unter vollem Körpereinsatz. Es ist letztlich die Geschichte einer Emanzipation, einer Heilung, mit jedem Versuch eine andere, immer mit offenem Ausgang.“

 

Eingeladen zum Festival NAKT UNFINISHED 2013, K3 – Zentrum für Choreografie auf Kampnagel Hamburg.
2015 in neuer Bearbeitung am Schauspiel Stuttgart (NORD)

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